Dienstag, 21. März 2017

Die Ungehörigkeite des Glücks | Rezension




Titel: Die Ungehörigkeit des Glücks
Orginaltitel: Unbecoming
 
Autor: Jenny  Downham

Verlag: C. Bertelsmann Verlag (2016)
Buch: Hardcover -  19,99

 480 Seiten
empfohlen ab 12 Jahren





Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen.
Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück …

Jenny Downham wurde 1964 in London, Großbritannien geboren. Sie arbeitete sieben Jahre lang als Schauspielerin bevor sie sich dem Schreiben widmete. Mit einer freien Theatergruppe toure sie durch das Land und trat unter Anderem in Jugendzentren, Gefängnissen und Kliniken auf.
Mittlerweile lebt sie mit ihren beiden Söhnen in London. »Bevor ich sterbe« ist Jenny Downham erster Roman. Er handelt von der 16-jährigen Tessa und ihrem Kampf gegen die Leukämie. In Deutschland wurde »Bevor ich sterbe« als Hörbuch, gelesen von Anna Thalbach, veröffentlicht.
2008 erhielt Jenny Downham den Brandford Boase Award und wurde zudem für den Guardian Award 2007, Lancashire Children's Book of the Year 2008 und die Carnegie Medal 2008 nominiert.
Die Ungehörigkeit des Glücks war für mich ein sehr ansprechendes Buch, da der Klappentext auf eine verworrene und verzwickte Familiengeschichte aufmerksam mache, was ich persönlich wirklich liebe.
Ich muss sagen, dass Buch hat mich wirklich positiv überrascht. Es war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, doch es war genauso so, wie es hätte sein sollen und müssen!

Der Einstieg war humorvoll gestaltet und schon bekommt man einen kleinen Einstieg in das Leben von Mary, die ein sehr verwirrtes führt, Katie, die ein sehr beengest führt, und schließlich Caroline, die ein sehr begrenzestes Leben führt.
An sich waren mir die Charaktere zwar individuell gestaltete, doch an einigen Stellen hat der detallierte Schreibstil der Autorin nicht ausgereicht, um sie mit lebendig vorstellen zu können.

An sich gab es in diesem Buch keine Hochdosis an Spannung, sondern eher eine kleine Prise Realität und einen großen Löffel Emotionen. Auf was das Buch gebaut hat, waren wirklich die Emotionen, die sich durch die Seiten gezogen und gekämpft haben.

Alle Charaktere haben ihre Geschichte bekommen, erzählt und schließlich verändert. Ich hätte mir im Bezug auf die Charaktere wirklich noch etwas Tiefe gewünscht, denn für mich waren die Kanten noch zu eckig.
 
Ein herzliches, rührendes Buch über eine ganze Generation von 
fantastischen Protagonisten!

Freitag, 17. März 2017

Extinction | Rezension




Titel: Extinction

Autor: Kazuaki Takano

Verlag: C. Bertelsmann Verlag (2015)
Buch: Taschenbuch -  14,99

 560 Seiten
empfohlen ab 15 Jahren





Jonathan Yeager wird im Auftrag der amerikanischen Regierung in den Kongo geschickt. Bei einem Pygmäenstamm sei ein tödliches Virus ausgebrochen. Die Verbreitung muss mit allen Mitteln verhindert werden. 
Doch im Dschungel erkennt Yeager, dass es um etwas ganz anderes geht: Ein kleiner Junge, der über unglaubliche Fähigkeiten und übermenschliche Intelligenz verfügt, ist das eigentliche Ziel der Operation. Kann es sein, dass dieses Geschöpf die Zukunft der Menschheit bedroht? Yeager weigert sich, das Kind zu töten. Er setzt alles daran, den Jungen in Sicherheit zu bringen. Eine gnadenlose Jagd auf die beiden beginnt.

Kazuaki Takano, geb. 1964 in Tokio, arbeitet in Hollywood und Japan als Drehbuchautor. Für seine Romane erhielt er renommierte Preise.
»Extinction« stand in Japan monatelang auf den Bestsellerlisten und wurde u.a. als bester Thriller des Jahres ausgezeichnet.
Ich war sehr gespannt, was dieses heiß beworbene Buch, ein Wissenschaftsthriller und Bestseller von 2011 aus Japan, mit 500 Seiten für Überraschungen verbergen mag. Mit Extinction macht der Autor einen gefährlichen Spagat, den ein oder anderen Leser während des Buchs zu verlieren. 

Auf der einen Seite ergießt er sich akribisch in die Beschreibung der Herstellung von Medikamenten mit genauer chemischer Erklärung und den Bereich der Genetik und auf der anderen Seite birgt der Thriller den actionreichen Plot einer Söldnertruppe, gespickt mit brutalen Szenen im kongolesischen Urwald.

Extinction ist ein Genre-Mix aus Wissenschaft, Science Fiction, Politik und jeder Menge Action, alles verpackt in einen spannenden Thriller. Gut, die Charakterisierung der Personen ist eher simpel und oberflächlich und durch die Einarbeitung vieler wissenschaftlicher „Fakten“ entstehen Längen, was sich aber bei der Komplexität des Stoffes kaum vermeiden lässt.

So ebbt die Spannung, die eine lange Vorarbeit aufbringen muss, an einigen Stellen ab, da sich die Handlung etwas ziehen lässt.
An sich hat der Autor jedoch einen deutlich detaillierten und sehr orginellen Schriebstil, der eine bildhafte Handlung um die Seiten schmiegt.



 Ein sehr lebendiges und nervenauftreibenes Buch, jedoch
mit einer lang gezogenen Handlung und aufziehenden Spannung. 

Dienstag, 7. März 2017

Die letzten vier Tage des Paddy Buckley | Rezension



Titel:Die letzten vier Tage des Paddy Buckley
Orginaltitel: The last four days of Paddy Buckley
Autor: Jeremy Massey

Verlag: carl's books (2016)
Buch: Taschenbuch -  14,99

 373 Seiten
empfohlen ab 14 Jahren





Paddy Buckley ist mit Leib und Seele Bestatter. Als eine attraktive Witwe seine Zuwendung braucht, gibt er sie ihr – doch sie stirbt auf dem Höhepunkt seines körperlichen Trostes. Geschockt von diesem Erlebnis, überfährt er auf dem Heimweg einen Fußgänger. Der Tote ist der Bruder des gefährlichsten Gangsters von ganz Irland, Vincent Cullen. 
Jetzt hat er eine tote Witwe und einen toten Gangster am Hals, für die er obendrein auch noch die Beerdigung auszurichten hat! Er muss also höllisch aufpassen, sich nicht zu verraten. Denn Cullen hat geschworen, den Tod seines Bruders zu rächen. 
Eine rasante Verfolgungsjagd durch Dublin beginnt. Zum Glück ist Paddy einfallsreich und kann sich auf seine Freunde verlassen … Ein höchst amüsantes Betrugsmanöver und ein ausgebufftes Verwechslungsspiel um einen Leichnam vollenden diesen köstlichen, makabren und warmherzigen Roman.

Jeremy Massey ist gebürtiger Ire und Drehbuchautor. Er stammt aus einer Familie, die seit drei Generationen ein Bestattungsunternehmen in Dublin betreibt, bei dem er auch viele Jahre gearbeitet hat. 
Er lebte in London und Los Angeles, bevor er mit Frau und drei Kindern nach Australien zog. Zur Zeit schreibt er an seinem zweiten Roman.
Ich habe Die letzten vier Tage des Paddy Buckley mit gemischten Gefühlen begonnen, denn der Klappentext sprach ein gewagtes Thema an, da der Hauptprotagonist Bestatter ist, und zugleich wirkte er auf mich sehr locker. 
Schon die ersten Zeilen hatten es in sich, da sich Gefühle miteinenader mischten und ich mich fragte, wie man das als Autor hinbekommt.

Der folgende Teil war für mich sehr gedämpft, obwohl die Spannung hätte steigen sollen. Der Schreibstil des Autors ist zwar sehr lebendig, lässt jedoch einige Lücken im Buch. 
So kam es, dass ich an einigen Stellen mit Paddy gezittert hatte und an anderen am liebsten die Seiten übersprungen hätte.
   
Und obwohl der Tod behandelt wurde und viele Details aufgeklärt wurden, die Leichen beinhalteten, wurde es zu keinem Thriller. Der Autor hat es wirklich geschafft nicht mit dem Tod zu spielen, sondern ihn nicht zu unterschätzen.
   
Die Charaktere waren an sich liebevoll und an einigen Stellen sehr kantig gestaltet, so kam jede Geschichte zu Wort, ohne, dass es sich mit einer anderen überlappte. 
Was aus dem Buch noch einmal etwas herausgeholt hat, war das Ende. Es war gleichzeitg unerwartet, offen und doch in sich geschlossen, dass meine Emotionen auf Hochtrieb gearbeitet hatten.



 Ein sehr kurzlebiges Buch mit genügend Facetten, um für ein
paar Stunden in ihm zu verschwinden.

Donnerstag, 2. März 2017

Arya und Finn - Im Sonnenlicht | Rezension


Titel: Arya und Finn - Im Sonnenlicht
Autorin: Lisa Rosenbecker

Verlag: Drachenmondverlag (2015)
Buch: Taschenbuch -  14,90
Reihe: 1. Band der Maljonar Chroniken
[2. Band Ilias und Mai - Wie Tag und Nacht; erscheint]

382 Seiten
empfohlen ab 14 Jahren 



Ich erinnere mich leider nicht mehr an den Titel meines ersten gelesenen Buches, aber es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Seit ich denken kann, hat es immer Bücher in meinem Leben gegeben. Lange Zeit habe ich nur über Bücher gebloggt, dann aber fing ich selbst mit dem Schreiben an und konnte nicht mehr aufhören. 
Wenn ich nicht gerade schreibe oder blogge, studiere ich molekulare Biologie und kann deshalb mit Gewissheit sagen, dass die Liebe zum Buch bei meiner Familie in den Genen liegt und ich dafür wirklich dankbar sein kann. 

Arya hat ihre Zukunft als Leibwächterin klar vor Augen: Sie will ihrer Freundin Elena um jeden Preis zur Seite stehen. Schon seit vielen Jahren bereitet sie sich darauf vor und nimmt sogar ihre verhasste Gabe in Kauf, die ein gut behütetes Geheimnis ist. Ebenso wie Elenas wahre Herkunft. 
Aus diesem Grund lässt sich Arya auf eine Reise ein, bei der sie nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit der Zukunft konfrontiert wird. Denn ihr Reisegefährte Finn weckt unbekannte Gefühle in ihr. Während Arya versucht auf ihr Herz zu hören, kristallisiert sich eine Bedrohung für das gesamte Königreich heraus, der sich die Gefährten am Ende gemeinsam stellen müssen.
Ich liebe Fantasy. Die Erschaffung ferner Welten, die abseits unserer Realität ein Leben voller Kämpfer, Mut und magischen Orten führt. Anhand des Klappentextes sprach mich Arya und Finn - Im Sonnenlicht nicht sonderlich an, da es sich nach einem flachen Romantasy anhörte.
Jedoch haben wir in diesem Monat in der Drachenmond-Lesechallenge gelesen und ich muss sagen, ein Buch sollte man nicht immer nach dem äußeren beurteilen.

Der Einstieg war für mich auf einer leicht emotionalen Basis, da es Einblick in die Welt der Toten gab und was nach dem Tod geschehen würde, doch auch die großen Kertwendung, dass Arya endlich etwas positives erlebt, schwang mit mir.
Das Buch wir aus zwei Sichten erzählt - aus der von Fynn und aus der von Arya. Beide sind belanglos und treffen nur durch Elena, die Freundin von Arya, aufeinander. 

Lisa Rosenbeckers Schreibstil ist sehr einfach gehalten, doch lässt kein Detail aus. Sie beschreibt die
Charaktere tief und hautnah, sodass trotz ihrer einfachen Wortwahl eine lebendige Szenerie erkundet wird.
Die Welt, die sie beschreibt, schein ausgereift und gut durchdacht. Es gibt Kanten, Ecken und jede Menge Kreise, in die sich die Hauptprotagonisten verwickeln.

Was in einem großen Teil des Buches gefehlt hat, war die Spannung, die Aufwerfung von Neugier. In der Mitte des Buches waren die Dialoge etwas flacher, erst danach keimte der Samen erneut auf und das Buch war nicht mehr aus der Hand zu legen.



 Das Buch hat mich gepackt, zwischen den Seiten gefangen gehalten und mir
nur eine kurze Pause von dem Trubel gegönnt.

Mittwoch, 1. März 2017

Rauklands Schwert | Rezension


Titel: Rauklands Sohn
Autorin: Jordis Lank

Verlag: Verlagshaus El Gato (2015)
Buch: Taschenbuch -  13,90
Reihe: 3. Band der Raukland-Trilogie 
1. Band: Rauklands Sohn | Rezension
2. Band: Rauklands Blut | Rezension
 
350Seiten   
empfohlen ab 14 Jahren 





Jordis Lank kam Anfang der siebziger Jahre im äußersten Zipfel des Bergischen Landes zur Welt. Zusammen mit vierzehn Hühnern, einem Hahn, 623.484 Bienen und geschätzten fünf Kaninchen wuchs sie in einem riesigen, halbwilden Garten auf, veranstaltete Schneckenwettrennen und konnte aus Weidenrinde unglaublich laute Hupen basteln.
Wenn sie nicht gerade schreibt, wirft sie Bälle und Keulen in die Luft, sucht verborgene Schätze per GPS oder spielt sich mit Freunden durch Brettspielestapel - das Erzählen von Geschichten ist und bleibt jedoch ihre größte Leidenschaft.
 
Der finale Band von Ronan im Kampf um Rauklands Thron. Unter Broghans grausamer Herrschaft geht Raukland zugrunde. Ronan will nicht um etwas kämpfen, das ihm nicht gehört. 
Aber angesichts all des Leids fällt es ihm schwer, gleichgültig zu bleiben. Er nimmt sein Schwert in die Hand und ficht um den Platz, den er einst verloren hat.
Eine Geschichte um wahren Mut und darum, seinem Herzen zu folgen.
Ich habe Rauklands Sohn mit gesonderter Vorsicht gelesen, denn es hat mich ein wenig übermannt. Den zweiten Band - Rauklands Blut - habe ich in ein paar Tagen fast verschlungen und dieser finale Teil schuldet mir eine halbe, schlaflose Nacht.

Nach dem Ende von Band zwei haben sich in mir tausend Fragen gestellt und ich habe auf das beste gehofft, doch Jordis Lank hat mich ins kalte Wasser geschmissen. Wie auch schon in den vorherigen Bänden wirkte der Schreibstil sehr lebendig und klar, sodass Raukland mich in meinen Träumen heimsuchte. Die Atmosphäre hat mich eingefangen und mit ihr die Charaktere.

Endlich tauchten ein paar bekannte Gesichter aus Band 1 wieder auf, die um einiges gewachsen waren und doch noch immer vertraut in meinen Augen waren. Was ich wirklich beeindruckend fand, dass auch die Tiere, in diesem Fall Pferde, einen großen Teil in dem Buch ausgemacht haben. 
Sie waren in Rauklands Schwert nicht einfach nur Gäule, sondern Tiere, die ihren eigenen Kopf haben, die zu ihrem Reiter stehen und ihm bis in den Tod folgen. 

Was an diesem Buch zudem gut war, war der Spannungsaufbau. Schon der Klappentext verriet einen finalen Kampf, doch kleinere Szenen, die mir den Atem geraubt haben, bereiteten einen auf das ungewisse vor, auf das ich mich lange gefreut habe.
Was dann kam, hat mich überrannt. Das Ende war emotional begleitet mit Tränen, der Trauer und der Freude, bis hin zu einer Unfassbarkeit, die ich nicht in Worte fassen kann.


 Dieses Buch war nicht nur emotional, ich habe mich an jede Seite geklammert und wollte
manche Worte nicht wahr haben.


DIE RAUKLANDREIHE ... empfehle ich jedem kleinen Kämpfer, Sehnsüchter und Weltenentdecker!

Danke auch an Jordis Lank, dass ich diese Reihe lesen durfte!